Der Sammelband untersucht philologische Praktiken in vormodernen Schriftkulturen aus globaler Perspektive. Im Zentrum stehen einerseits etablierte Begriffe wie Grammatik oder Hermeneutik, andererseits Techniken des Textumgangs: Kommentieren, Glossieren, Kompilieren, UEbersetzen, Abschreiben oder Kanonisieren. Diese Praktiken sichern nicht nur die UEberlieferung von Schriftzeugnissen, sondern transformieren sie auch. Ziel des Bandes ist es, die Vielfalt und Eigenlogik vormoderner Philologien sichtbar zu machen, ohne sie als blosse Vorformen der europaeischen philologischen Disziplinen abzutun. Die Beitraege basieren auf Fallstudien und analysieren die materiellen Bedingungen (z. B. Schrifttraeger), sozialen Funktionen (etwa Kanonbildung, Identitaetsstiftung) und politischen Dimensionen (z. B. Machtfragen, Wissensordnungen, Institutionen) philologischer Arbeit. Der Band versteht sich als Beitrag zu einer interkulturellen (cross-cultural) Philologieforschung jenseits eurozentrischer Narrative.