Frauen im Vorstand einer Grossbank, Frauen in einer Fuehrungsposition? Das war in der ersten Haelfte des 20. Jahrhunderts undenkbar. Frauen durften noch nicht einmal in eine Position aufruecken, in der sie Maennern haetten Anweisungen erteilen koennen. Seit 1899 sind Frauen in den Bueros der Berliner Grossbanken nachweisbar. Ihr Einsatz wurde von den maennlich dominierten Gewerkschaften jeglicher Couleur bekaempft, bis diese feststellten, dass sich eine Arbeitsteilung der Geschlechter in den Bueros etabliert hatte, wobei die Frauen in die "rein mechanischen" und schlecht bezahlten Taetigkeiten als Telefonistin und Stenotypistin abgedraengt wurden. Viele junge Frauen fluechteten sich in die Ehe und mussten ihre Stellung aufgeben - ob sie wollten oder nicht. Viele Frauen blieben aber auch unverheiratet, manche freiwillig, viele aber auch unfreiwillig wegen des kriegsbedingten Maennermangels. Dieses Buch behandelt die Lebenswirklichkeit der jungen Frauen, bevor diese heirateten, und der aelteren Frauen, die entweder bei ihren Eltern wohnten und sie im Alter versorgten oder die allein in einem moeblierten Zimmer leben mussten. Ausserdem widmet es sich dem Schicksal der Juedinnen unter den Angestellten nach der Machtuebernahme der Nationalsozialisten.